Diese Seiten werden in NS 4 funktionsfähig, aber schlicht gezeigt.
Moderne Browser stellen das Layout korrekt und übersichtlich dar.
Wir bitten um Verständnis.
Niereninsuffizienz: Patienten ziehen Peritonealdialyse vor
Datum:
11.02.2004 11:25:00
Kurz Text:
Baltimore: Die Peritonealdialyse ist eine Option für einige wenige Patienten geblieben, obwohl sie dem Patienten den Weg zu den Dialysezentren erspart und auch für den Kostenträger günstiger ist. Eine Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2004; 291: 697-703) zeigt jetzt, dass viele Patienten die Peritonealdialyse der Hämodialyse vorziehen würden.
News:
BALTIMORE. Die Peritonealdialyse ist eine Option für einige wenige Patienten geblieben, obwohl sie dem Patienten den Weg zu den Dialysezentren erspart und auch für den Kostenträger günstiger ist. Eine Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2004; 291: 697-703) zeigt jetzt, dass viele Patienten die Peritonealdialyse der Hämodialyse vorziehen würden.
Die Peritonealdialyse nutzt das Peritoneum als natürliche Dialysemembran. Die Dialyse kann von den Patienten selber durchgeführt werden. Über einen Katheter bringen sie zwei bis 3,5 Liter einer sterilen Dialysierlösung in den Bauchraum ein. Dort treten die harnpflichtigen Substanzen in die Dialysierflüssigkeit über und können mit dieser aus dem Körper entfernt werden.
Anfängliche Bedenken, dass die Peritonealdialyse die Patienten durch ein erhöhtes Infektionsrisiko ernsthaft gefährden würde, haben sich nicht bestätigt. Die bisher durchgeführten Studien haben gezeigt, dass die Sterblichkeit der Patienten nicht erhöht ist, in einigen Untersuchungen war sie sogar niedriger als bei der Hämodialyse, wie Haya Rubin von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore und Mitarbeiter schreiben.
Die Peritonealdialyse wird aber selten angewendet. Von den 16 349 Patienten, die das Kuratorium Dialyse und Nierenerkrankungen (Marktanteil 30 Prozent) in Deutschland betreut, betreiben nur 1 352 eine Peritonealdialyse. Ein häufig zu hörender Einwand ist, dass die Patienten diese Behandlung nicht akzeptieren. Die Umfrage, die Rubin bei 736 Patienten durchführte, kann diese Vorbehalte nicht bestätigen.
Angeschrieben worden waren die Teilnehmer der Choices for Healthy Outcomes in Caring for End-stage Renal Disease (CHOICE), einer multizentrischen Studie, die in den USA die Ergebnisse der Dialysebehandlung untersucht. Es handelt sich um Patienten, die erst vor kurzer Zeit (durchschnittlich sieben Wochen) mit der Dialyse begonnen hatten. 656 Patienten (89 Prozent) schickten den Fragebogen zurück – und gaben der Peritonealdialyse die besseren Noten.
So beurteilten 85 Prozent der Peritonealdialyse-Patienten ihre Behandlung als “exzellent”. Unter den Hämodialyse-Patienten waren es nur 56 Prozent. Die Peritonealdialyse-Patienten begrüßten vor allem, dass sie besser über die Dialyse informiert wurden. Dies dürfte sich daraus erklären, dass die Patienten aktiv an der Behandlung teilnehmen und deshalb informiert sein müssen. Doch gerade diese Partizipation scheint ein wichtiger Faktor für die Patientenzufriedenheit zu sein. Der Vorteil war auch dann noch nachweisbar, wenn berücksichtigt wurde, dass Peritonealdialyse-Patienten häufiger einen höheren Bildungsstand haben.
Auch in den USA liegt der Anteil der Peritonaldialyse nur bei etwa zehn
Prozent. Er ist in den letzten Jahren sogar noch zurückgegangen. Rubin vermutet, dass wirtschaftliche Gründe hier eine Rolle spielen. Für die privatwirtschaftlich orientierten Anbieter sei die Hämodialyse wegen der höheren Kosten für Personal und Geräte das bessere Geschäft.